JUNKTOWN: Inmitten von Rost, gegrillten Insekten, Motorenlärm, Staub und Flammen

WOW.

Das ist das, was mir als erstes in den Sinn kam, als Joe, Joris und ich Mittwoch Nacht in Bratronice in Tschechien ankamen. Es war allein schon im Dunkeln viel mehr, als wir uns ausgemalt hatten. Und bei Tagesanbruch sollten wir nicht minder enttäuscht sein...

Es war eine lange Fahrt, zu dritt in diesem recht kleinen Auto für unsere Zwecke. :D Eingequetscht zwischen Rucksäcken, Koffern, Kartons, Tüten, Kostümteilen und einem großen Ventilator, der rettenden Kühlbox, vollgestopft mit Eiswürfeln und kalten Getränken verbrachten wir knapp 8 Stunden auf der Straße, bevor wir endlich auf dem alten Militärbasisgelände ankamen.
Einer unserer Gruppe empfing uns im Wald an einer Gabelung auf seinem Endzeitmotorrad sitzend. Wir folgten ihm einen staubigen Weg entlang durch die Dunkelheit bis wir an einem großen Tor aus Autoteilen, Wellblech, Europaletten und Schrott anhielten. Mit offenen Mündern. :D
Mir fiel der riesige Roboter mit Bildschirmgesicht auf, der auf der linken Seite den Eingang bewachte.
Drinnen empfingen und weitere Mitglieder der Gruppe und man konnte ihnen die Begeisterung ansehen. Die Luft flirrte förmlich vor Vorfreude und wir ließen uns vollkommen mitreißen. (:




Ab und zu flimmerte ein Bild über den Monitor und der Roboter sprach mit den Davorstehenden. :D


Alles zu erzählen würde Stunden dauern. :D
Die ersten zwei Nächte suchten Joe und ich Zuflucht in einem Hotel für 35€ (für 2 Personen!) die Nacht, da wir am ersten Tag viel zu müde waren um im Dunkeln das Zelt aufzubauen und in der zweiten Nacht ein Gewitter losbrach, wie ich es in letzter Zeit nicht mehr erlebt hatte. :D Da waren wir ganz froh über eine heiße Dusche und ein kuscheliges Bett. Auch, wenn wir uns wie Luschen vorkamen. XD

Die nächsten zwei Nächte verbrachten wir jedoch, wie die anderen zeltend, oben auf unserem zugeteilten Bunker. Dieser war in die Erde eingelassen, wie eine Bärenhöhle und man konnte rechts außen herum den grasigen und zerfurchten Weg hinauf klettern. Oben auf dem Bunker wuchsen Bäume und wir fanden einen tollen Platz für die Zelte! ^_^
Manche hatten es sich im Bunker gemütlich gemacht, der vorne komplett offen war aber tief genug, dass man sich vor Hitze und Regen schützen konnte.
Unsere Bunkernachbarn waren ein ... eher verrückter Haufen und in der ersten Zeit dachten wir, diese würden das Ganze ein wenig zu ernst nehmen, als sie eines Mittags einen Flammenwerfer hervorholten und begannen, das Gras vor unserem Bunker in Brand zu stecken. XD
Als sie uns jedoch begeistert zu winkten, wir sollten es doch auch mal versuchen wurde uns schnell klar, dass die Leute hier nur ihren Spaß haben und uns nicht davonjagen wollten.
Es war halt das Ende der Welt. Also, fast. Wieso dann nicht ein bisschen mit dem Flammenwerfer spielen... :D

Unterhalten wurde sich auf englisch, wobei man auch feststellen musste, dass es den ein oder anderen Tschechen gab, der kein Wort englisch verstand. Diese waren aber eher selten und man verständigte sich zur Not mit Händen und Füßen. :D Wir hatten jedenfalls keinerlei Probleme.

28°C und das erste, was ich in Junktown serviert bekomme ist ein Eiskaffee. XD HIER BLEIBE ICH.
Unsere morgen fingen schon sehr früh an. Es wurde um 5:30 bereits so hell, dass man Probleme beim wieder Einschlafen hatte und gegen 8 Uhr dröhnten Sirenen über das Gelände, gefolgt von einer Stimme die etwas auf Tschechisch sagte, "JUNKTOWN!" brüllte und den täglichen Wahnsinn einleutete. Nachdem die ersten schweren Fahrzeuge vorbeigebrettert waren, auf denen kreischende und lachende Menschen saßen, war es mit dem Schlaf ohnehin vorbei und wir schlüpften in unsere endzeittaugliche Alltagskleidung oder Kostüme. :D



In der prallen Vormittagssonne machten wir uns auf zu unserer kleinen Wasteland Warriors Booth in der "Stadt", oder eher gesagt einer davon. Das, was dort aufgebaut wurde - nicht nur an den Sammelplätzen - ist der absolute Wahnsinn... Es schien, als sei der komplette Wald geschmückt worden, mit bunten Bändern und Tüchern, Stoffwimpeln, Knochen, Metallteilen und Schildern, Fähnchen, Lämpchen, Lichterketten, Farbe und kustvoll hindrapiertem Schrott.



Ich habe bei weitem nicht alles gesehen in den paar Tagen, in denen ich da war, und habe mir fest vorgenommen, das Gelände nächstes Jahr in vollen Zügen mit meiner Kamera zu genießen und zu erkunden! (:
Von einem "Bone Gate" habe ich auch viel gehört... vielleicht findet ihr ja ein paar Fotos davon in den Gallerien, weiter unten. ;)

Ab und zu kam Junktown's eigene Feuerwehr vorbei und spritzt erhitzte Gemüter und Gehwege nass. Die Mädels, weil die Brüste dann so hübsch aussehen uns sie so lustig quieken und die Wege, damit einem die Lunge nicht einstaubt. :D
Die Futtersuche war gar nicht so eine elende Katastrophe, wie wir befürchtet hatten. :D Wenn es hart auf hart kam gab es ca 20 Minuten entfernt vom Gelände sogar Kaufland, Lidl und Texaco. Auf dem Gelände selbst gab es allerlei Gegrilltes, wie Fleisch, Gemüse und Insekten (auch einen veganen Stand gab es dort!) und radioaktive Burger mit köstlichem Fleisch und neongrün gefärbtem Brötchen. :D


Für das eiskalte Bier in 0,5L Bechern war ich mehr als dankbar. Eigentlich bin ich kein Biertrinker, aber die Hitze lies das Wasser, was wir dabei hatten innerhalb weniger Zeit furzlau werden und man war froh über etwas kaltes zu trinken. <3 Frisch gezapft und wirklich mild und lecker war es und kostete pro Becher etwas unter 1€. :D
Habt ihr in eurem Leben schon einmal so ein perfekt gezapftes Festivalbier gesehen?




Ich sage dauernd Festival, Festival, Festival. Man darf sich das ganze nicht vorstellen wie ein endzeitliches, verrostetes Rock am Ring oder Wacken. Es gab keine großen Bühnen oder berühmte Bands, die uns die Ehre erwiesen.
Eine Bühne gab es schon, in dem kühlen Bunker in der Stadtmitte. Ich hab gehört, dass es auch irgendwo unter der Erde eine Art Kunstgallerie, bestehend aus postapokalyptischer Fotografie gegeben haben soll. Auch das ist leider an mir vorbei gezogen. :D Einige Bands haben dort gespielt, die wohl in dieser Welt einen Rang und Namen haben, aber es war alles eher freundschaftlich und vertraut. Man wurde nicht von Securitymenschen herumgeschubst sondern konnte ganz einfach einen tollen Abend in guter Band-Gesellschaft genießen. (:
Aufführungen gab es reichlich (wahrscheinlich viel viel mehr, als mir jetzt einfallen!), Workshops, Wettbewerbe, Feuershows, ... da kommt jeder auf seine Kosten. (:
Sogar diverse Fetishdarbietungen gab es zu betrachten... :D Ich poste gleich noch ein paar hübsche Gallerielinks zu Facebookseiten der Fotografen.
Unser Schmied Joris hat einen Schmiede-Workshop gegeben, der reges Interesse fand. Ich knipste ein paar Bilder, drückte mich im Schatten herum und genoss mein eiskaltes Bier aus dem, bereits beschlagenen Becher. <3





Ja, was soll ich noch sagen...
Leider habe ich nicht so viel gesehen, wie manch anderer unserer Gruppe, also ist zum Beispiel ein Klick zum Blog zu einer liebenswerten Wasteland Warriors Kollegin aus England die Zeit wert: Life Out There <3
Wer bei Facebook angemeldet ist, dem lege ich die Bildergallerien zu Junktown von tollen Fotografen, wie Konstantin Zhdanov, Broken Photography und Junktown selbst and Herz. (:

Nun lasse ich noch ein paar Bilder sprechen, um den After-Junktown-Blues zu verarbeiten.
Ich muss gestehen, dass dieser mittlerweile der Vorfreude auf Wacken ein wenig weichen musste, denn wir werden dort sein! <3 ;) Die Wasteland Warriors sind in der Wacken Wasteland Area wieder am Start und ich freue mich schon riesig!

Chris von Rad Roach Gear und Joris. :D
Chris und Mika von Rad Roach Gear machen ziemlich geiles Zeug. (: Schaut mal rein!
Handgemacht von Joris. (:
Joe. (:
Franzi. (:
Henry hat beim Best Vehicle Contest direkt mal den ersten UND zweiten Platz belegt, mit seinen beiden krassen Motorrädern! (: GLÜCKWUNSCH!
Franzi!
Sobald die Nacht hereinbrach schien der Ort komplett verändert... <3
Wärmende Feuer loderten in großen, rostenden Tonnen auf dem Platz. In den Bäumen und an den Buden leuchteten einem zahlreiche Lichterketten, Lampignons und diverse andere Lichtquellen den Weg durch die Dunkelheit. (:
Es soll sogar leuchtende Pilze und Kreaturen in den Wäldern gegeben haben... Diese werde ich nächstes Jahr erforschen! <3


 
Eine der Bierschenken. (:
 
Unsere Nachbarn. ;)
Ein bisschen Endzeitromantik darf nicht fehlen. (: Erik aka WastelandPirate und seine liebenswerte Frau Marie. Zwei Wasteland Warriors aus Schweden. <3
Zum Glück habe ich in weiser Voraussicht Marshmallows mitgenommen! <3 (:


Tschüss Junktown! Wir sehen uns 2018 wieder! <3

Kommentare :

  1. Wow, die Fotos sind toll. Ich wusste nicht, dass es so ein Event gibt, das hinterlässt in der Tat einen postapokalyptischen Eindruck. :)

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    1. Und wie. (: Ich freu mich schon riesig auf nächstes Jahr! ^_°

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  2. Hach, einfach nur geil die Fotos :D

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