Mein erstes Jahr auf Hogwarts // LARP-Experience #1

Ich hatte diesen Post versprochen und das werde ich auch halten. (:
Es dreht sich heute Abend alles, aber auch wirklich alles um meine allererste LARP-Erfahrung. Nicht irgendein LARP: Ein Hogwarts LARP.

Eine gute Freundin hatte mir schon öfter vorgeschwärmt, dass ihr erstes Mal 'Hoex LARP' einfach unglaublich toll gewesen war. Sie habe viele liebe neue Menschen kennen gelernt und stünde immernoch mit ihnen in Kontakt. Sie könne es kaum erwarten, erneut ihre Sachen zu packen und sich auf den Weg nach Hogwarts zu machen...
Irgendwann schrieb sie mich auf Facebook an und fragte, ob ich nicht auch mitkommen wolle, es seien ja immerhin noch Plätze frei und da sie, genau wie ich von Pottermore ins Haus Hufflepuff eingeteilt worden war, würde das ja super passen.
  Ich weiß eigentlich gar nicht, wieso ich diesen Test gemacht hatte. Vielleicht war es einfach nur die Neugierde, in welches Haus der Sprechende Hut mich stecken würde; welches dann letztendlich nicht durch ein Stück Leder mit Krempe, sondern durch ein Internetportal entschieden wurde. Hufflepuff. Anfangs war ich überhaupt nicht zufrieden mit dieser Entscheidung. Hufflepuff. "Wer gibt denn schon freiwillig zu ein Hufflepuff zu sein?", hatte ich gefragt und beim Blick auf das gelbschwarze Wappen die Nase gerümpft. "In Hufflepuff sind halt die Netten! Niemand wird ausgegrenzt, alle mögen sich und geben ihr Bestes." Klang eher nach Waldorfschule, als nach einem stolzen Haus.
Ich musste das erst einmal sacken lassen. Eigentlich war Hufflepuff mir zu diesem Zeitpunkt das sympathischste Haus gewesen. Die Gryffindors wirkten ziemlich arrogant, da sie durch die Bücher und Filme eine selbsternannte Hauptrolle einnahmen und sich damit brüsteten, dass nur die Besten und Mutigsten in ihr Haus eingeteilt wurden. Die Slytherins schienen dagegen allen Wert darauf zu legen, möglichst nicht mit Menschen anderer Häuser in Kontakt zu kommen. Arrogant und spitzzüngig. Die Ravenclaws waren mir bis dahin eigentlich ziemlich egal gewesen - wissbegierig und lernbereit stellten sie für mich die Streber von Hogwarts dar. Die, mit denen man eigentlich nichts zu tun hat, außer, man muss und die, die nie zu einer Parrty eingeladen werden weil man fürchtet, dass sie um 8 Uhr ihre Eltern anrufen und vorher die alkoholisierte Bowle ins Klo schütten.
Hufflepuff. Nunja. Es war entschieden - ich fügte mich. Wieso wusste ich auch nicht so genau, jedoch schien mir das Haus den geringsten Ärger zu machen.



Aber wie dem auch sei, meine Reise beginnt mit dem Klick auf den Anmeldebutton und mit der letztendlichen Überweisung des Betrages von 115€ auf das Konto der Orga.

Unnötig nun zu erwähnen und breitzutreten, dass ich ziemlich lange brauchte, um mich auf einen Zustand der Vorfreude einzupendeln. Ich war überfordert. Verwirrt. Lustlos und meine Gedanken schwankten zwischen "Lass dich drauf ein." und "Ich muss eine Ausrede erfinden um nicht hingehen zu müssen." Der Punkt, dass ich das Geld hätte nie wieder gesehen brachte mich unter anderem dazu, irgendwann meinen Schrank nach passenden Klamotten zu durchwühlen und mir ein 13€ Billigset aus China zu bestellen, in dem Umhang, Krawatte und ein Schal enthalten waren.
Und dann war da noch der Charakter, den ich spielen sollte... Seit ich Sims spiele liebe ich es, mir Menschen auszudenken und ganze Biographien dazu. Aber mit und mit wurde mir klar, dass von dieser kindlichen Superfantasie nicht wirklich viel mehr übrig geblieben war.
  Damit nicht jeder dritte als Hermine, Ginny oder Malfoy verkleidet dort aufkreuzte, wurde die Zeit des Spiels auf 1979 festgesetzt. In der Zeit waren Harry Potter's Eltern gerade jung und die Todesser noch nicht ganz so krass vertreten, wie zu Harry's Zeit. Also musste man sich einen ganz neuen Charakter erstellen. Bei dem Gedanken daran mir auszumalen, ich solle in die Rolle eines 13 oder 14 -jährigen Mädchens in den 70er, fast 80er Jahren schlüpfen bereitete mir Unbehagen, was ich aber ersteinmal beiseite fallen ließ. Ein paar Tage rätselte ich herum bis besagte Freundin und ich kurzerhand festlegten, dass ich einfach ihre jüngere Schwester spielen sollte. Sie im 4. Jahr, ich im 3. Ich würde ihren alten Zauberstab bekommen und auch hatte sie mir eine Kette gebastelt, von der sie das Gegenstück um den Hals trug. Claire Brodie war erschaffen. Noch wenige Tage bis zur Abfahrt.

Ich packte einen alten Koffer, den ich irgendwo in den Untiefen unseres Hab und Gutes herausgekramt hatte, erklärte eine alte Ledertasche vom Flohmarkt als meine Schultasche und holte zwei Schlafsäcke aus dem Keller hoch. Ich warf alles in den Koffer, was irgendwie danach aussah, als könnte sich ein 13jähriges Mädchen damit in der Öffentlichkeit blicken lassen und nachdem alles gepackt und fest verschnürt auf meinem Bett lag, packte mich ein Anflug von Nervosität. Anfangs hatte ich es immer geschafft, sie herunterzuspielen. Aber da war sie wieder und äußerte sich in unkontrollierten Fressattacken und ...Aufräumen.
Was, wenn ich nicht genug über die Harry Potter Welt wusste? Was, wenn mir Fragen gestellt würden, auf die ich keine Antwort weiß? Was, wenn ich es nicht schaffte mich in die Rolle hineinzuversetzen, und dauernd blöd zur Seite schauen muss, sobald Jemand einen Holzstock durch die Luft schwingt und so tut, als könne er wirklich zaubern...? Ich war vorher noch nie auf einer LARP Con gewesen... Live Action Role Play. Man spielt den Charakter. Man ist der Charakter. Bis dahin hatte ich mir über Claire Brodie noch keine Gedanken gemacht. Wer war sie? Wo wollte sie mal hin? Machten sich 13jährige Mädchen zu der Zeit überhaupt solche Gedanken?

Am Tag der Abreise wurde ich von Stunde zu Stunde nervöser. Je näher wir dem Ort kamen, desto schmerzhafter verging ich mich an meinen Nagelbetten. Diese unendlich dumme Angewohnheit würde ich so niemals loswerden...
  Um 8 Uhr morgens am Donnerstag, mussten wir den Zug erwischen. Auf nach Brühl, wo wir von Bekannten meiner Freundin abgeholt werden sollten. Von dort aus würde es eine Stunde lang über Autobahnen und Landstraßen gehen, hinein ins grüne Hessen.
  Ich trug meine Haare ordentlich zusammengebunden, einen viel zu großen, grauen, kratzigen Pullover mit Norwegermuster, der mal meinem Vater gehört hatte. Eine Hose mit extremem Schlag hatte ich auch noch gefunden, dazu braune Schnürstiefel von denen nur die schmutzige Spitze unter der Jeans hervorlugte und auf dem Kopf meine grüne Schirmmütze. Ich sah eher aus, wie ein Zeitungsjunge aus den 40er Jahren. Der harte Kunststoffgriff des großen, vollbepackten Koffers drückte mir Blasen in die Handinnenfläche. Ständig musste ich ihn von einer in die andere Hand nehmen, wenn der Schmerz zu schlimm wurde. Die Ledertasche in der anderen Hand, meinen roten Dakine Rucksack auf dem Rücken und zwei störende Tüten, die ein Mal ein Paar Schuhe und mein Kopfkissen beinhalteten und in mein Handgelenk schnitten.
Die Leute sahen uns an, als könnten sie nicht recht glauben, dass wir wirklich vor ihnen stünden. Wir wurden jedoch zum Glück in Frieden gelassen. Um diese Uhrzeit mitten in der Woche, hatte wohl Niemand die Zeit und die Lust sich über zwei Mädchen mit viel Gepäck und grellen Schals lustig zu machen.

Nachdem man uns in Brühl aufgesammelt und wir den Kram ins Auto verfrachtet hatten, bei dem sich der immer bewährte Tetris-Witz geradezu anbot, setzten wir unsere Reise fort. "Mit einem fliegenden Auto wären wir schneller.", wurde gewitzelt. Das ließ meinen Magen jedoch einen erneuten Hüpfer machen und schon prasselten all die Zweifel, Fragen und Ängste wieder auf mich nieder, wie ein Regen aus kleinen Steinen, die einen nur auf den Kopf treffen.
  Schließlich bogen wir in eine Einfahrt ein, die zu einem Innenhof führte, der wie ein kleiner Parkplatz mit bedacht aneinandergereihten Autos zugeparkt worden war. Durch die kahlen Baumwipfel konnte man die Spitze eines großen Hauses erkennen. Mini-Schloss. Mir fiel auf, wie warm es war.
Während wir das Gepäck ausluden und sich um mich herum ein paar Menschen jubelnd und lachend umarmten, wurde mir schlecht. Ich kannte hier Niemanden, außer meiner Freundin. Ich tue mich sehr schwer damit, neue Leute kennenzulernen.
  Mit einem Lächeln, statt einem überschwänglichen HALLO!, begrüßte ich die Menschen, die schwer atmend den kleinen Grashügel zurück zum Hof hinaufgestapft kamen und mir einen flüchtigen Blick zuwarfen. Ich erkannte einige blaue Pullover unter den Jacken. Ein Slytherin-Schal schlängelte sich um den Hals eines Mädchens mit langem, weißblonden Haar. Sie lächelte mir zu und eilte dann einem Jungen zur Hilfe, der mit den großen Koffern nicht durch das verwitterte Holztor im mannshohen Zaun passte. Das Schloss, die Burg - was immer es auch war - ragte vor uns in den strahlend blauen Himmel. Seine terrakottafarbene Fassade passte sich angenehm in die grünbraune Umgebung ein. Die Fenster waren klein und dunkel, weiß umrahmt und in sauberem Abstand zueinander angebracht. Zu meiner Linken erstreckte sich ein Weg bis hinter das Gebäude, wo man ein kleines Stück Rasen erkennen konnte, umzäunt von hohen, hellen Bäumen. Zu meiner Rechten lag ein weiteres, weniger stattliches Gebäude, doch nicht minder alt. In weiß gestrichen passte es sehr gut ins Gesamtbild. Man hörte nicht viel: In der Ferne konnte man das Rauschen eines Flusses erahnen, was ich zunächst mit Autobahnlärm verwechselt hatte. Nein, es war vollkommen idyllisch und ruhig. Menschen lachten. Ein Grüppchen, welches ich als Gryffindors identifizierte stapfte kichernd und knirschend über den Kies im Hof zwischen den Gebäuden zu einer der Holzbänke und ließ die Rucksäcke fallen. Eine von ihnen hatte leuchtend magentafarbenes Haar, welches sich jedoch als Perücke herausstellte. Kurz geschnitten und um die Ohren herum sprangen die großen Locken wie Sprungfedern, als sie sich setzte.
  Ich dachte eigentlich an nichts. Gespannt saugte mein Kopf alles auf, was passierte.
  Zusammen liefen wir hin zum weißen Gebäude, eine Treppe hoch, dann noch eine, bis wir zu einer hell gestrichenen Tür gelangten, an der ein großes, gelbschwarzes Banner baumelte. Ein H war darauf zu lesen. "Hier sind unsere Schlafräume und auch der Gemeinschaftsraum und so. Ein Passwort müssen wir uns noch ausdenken." Ich lächelte und trat hinter meiner Freundin und deren Bekannten in einen Flur, der von links von einem großen Fenster beleuchtet wurde. Da man auf die gegenüberliegende Wand starrte, musste man sich nach rechts drehen, wo sich gerade aus der Waschraum befand. Dann wieder nach Links in einen weiteren Flur, der bestückt war mit vielen Türen. Im Vorbeigehen erhaschte ich einen Blick in den ersten Raum auf der linken Seite, in dem ein Mädchen mit gefärbtem, rosa Haar gerade einen Koffer aufs Bett hiefte. Sie bemerkte mich nicht und machte sich daran, ihren Umhang auf einen Bügel aufzuziehen.
  Nachdem die 6 Betten verteilt worden waren und ich glücklich darüber war oben schlafen zu dürfen, verteilten wir unsere Klamotten auf die beiden schmalen Schränke. Während ich damit beschäftigt war meinen Schlafsack auszurollen, packte eines der Mädchen klimpernd viele kleine und große Fläschchen aus. Längliche Gläser mit Korken, in denen sich Wurzeln und getrocknete Pflanzen befanden. Kleine runde Gläschen, ebenfalls mit Korkenverschluss, die mit verschiedenen Pulvern und getrockneten Blüten gefüllt waren. Hinzu kamen noch zwei Holzständer, auf denen sie jeweils ein perfekt rundes Glas mit langem Hals abstellte, ein kleiner Mörser und ein Schneidebrett, ein Foto im glänzenden Rahmen, einige Bücher und Säckchen aus Leder, eine Messingwaage, etliche Steine in schönen Farben, ein Tintenfass, eine große Knolle Ingwer und eine weiße Plüscheule. Ich hatte meine Arbeit ganz vergessen und bewunderte das Sammelsorium auf der breiten Steinfensterbank. Das war einer dieser Momente in denen ich mir wünschte, ich hätte mich ein bisschen besser vorbereitet, statt Angst vor diesem Wochenende zu haben. Ich war einfach zu nervös gewesen um mich wirklich drauf einlassen zu können.
  Nachdem wir alles ausgepackt und die Taschen in den Ecke verstaut hatten - ich schob meinen Koffer einfach unter's Bett - , schaltete ich mein Handy ab und verstaute es unter meinem Kopfkissen. Meine Freundin legte fluchend einen Film in ihre Kamera ein und nachdem ich ein paar weitere Hufflepuffs lächelnd und schüchtern begrüßt hatte, machten wir uns auf für eine kleine Führung.
  Wie sich herausstellte, hatten die Hufflepuffs ihre Schlafräume direkt neben der großen Halle. Entweder man ging die Treppe runter und direkt nach rechts durch eine schwere Türe, die wir dann auch meistens benutzten, oder man ging geradeaus weiter nach draußen, drehte sich dann nach Rechts und betrat die Halle durch die große Flügeltüre, die eigentlich ständig offen stand.
Gegenüber unseres Gebäudes hatten die anderen drei Häuser ihre Schlaf- und Gemeinschaftsräume.
Eine breite Treppe aus dunklem Holz führte zu den verschiedenen Stockwerken, in denen auch einige Klassenzimmer lagen, wie ich später erfuhr.
  Der erste Tag war für mich ... der blanke Horror. :D Das klingt jetzt echt gemein und negativ, aber ich war komplett überfordert (habe ich das schon einmal erwähnt?) und wusste nicht, was ich tun, wie ich mich verhalten oder was ich sagen sollte. Und am nächsten Tag sollte ich dann auch noch meine ersten paar Unterrichtsstunden haben - mit anderen Drittklässlern. Ohne meine Freundin.
Mir war ganz mulmig und jedes Mal, wenn ich daran dachte, zog sich mir der Magen zusammen.
  Ich weiß nicht mehr genau, ob es erst Nachmittag oder schon Abend war, als wir uns alle in der großen Halle versammeln und der Orga und den Lehrern bei ihrer Vorstellung zuhören sollten.
Die große Halle war ... groß. Vier lange Tische durchschnitten den Raum, der in dunkelblau und bronze geschmückt war. Auf einer Glasvitrine fiel mir ein stattlicher goldener Pokal auf, auf dem das Ravenclaw Wappen angebracht worden war. "Ravenclaw hat letztes Jahr den Hauspokal gewonnen.", sagte Jemand nachdem er mein fragendes Gesicht bemerkt hatte. Ein Mädchen bäugte sich zu uns rüber: "Eigentlich hätte Hufflepuff den Pokal holen sollen. Wir hätten ihn fast gehabt, wenn Roy McClain Professor McGonagall nicht gefragt hätte, was sie unter ihrem Schottenrock trägt." Meine Augen weiteten sich unwillkürlich bei dem Gedanken daran und bei "Roy McClain" verdrehten einige Hufflepuffs kaum übersehbar die Augen.
  Nachdem sich alle Häuser an ihre Tische begeben hatten und die Vorstellungs- und Erklärrunde der Orga überstanden war, stellten sich endlich die Lehrer vor: Professor McGonagall in einem spitzen, dunklen Hut, an dessen Seite eine Feder steckte, einem dunkelgrünen, schweren Kleid mit langen Ärmeln und zu einem Zopf gebundenen schwarzen Haar, die Brille mit dem Zeigefinger zurück auf die Nase schiebend, machte einen freundlichen Eindruck. Der Lehrer für Kräuterkunde, den wir von da an nur noch hinter seinem Rücken "Professor Kräuterkunde" nannten, weil sich niemand seinen Namen merken konnte, trug sein dunkelblondes Haar ebenfalls als Zopf. Auch er war in grün gekleidet; ein Hemd mit kleinen schwarzen Knöpfen eilig in die schwarze Jeans gestopft und schwere Lederstiefel. Die volle Aufmerksamkeit zog jedoch die ärmellose, zerfetzte Jeansjacke aufsich, die übersäht war mit Metal- und Rockbandaufnähern. Gleich daneben stand ein kugelrunder Mann mit einem freundlichen Gesicht, welches selbst dann noch strahlte, wenn er anteilnahmslos durch die Gegend starrte. Rote Bäckchen und ein spitzer Hut trugen nicht gerade dazu bei, dass man von diesem Mann irgendeine Boshaftigkeit erwarten könnte. Er stellte sich breit grinsend als Wahrsagelehrer vor. Professor O'Fortunaelly. Gleich danach trat der Hauslehrer von Slytherin vor: Eine mittelgroße Gestalt mit glattem, blondem Haar, welches gerade bis unters Kinn abgeschnitten worden war und sich somit perfekt an das, bis obenhin zugeknöpfte weiße Hemd anfügte. Die Knöpfchen des ärmellosen Sakkos spannten etwas über dem Bauch, was diese Person jedoch nicht störte eine schwarze, hautenge Lederhose zu präsentieren, die zu den spitzen, schwarzen Lederschuhen passte. Eine kleine Goldkette, die wohl zu einer Taschenuhr gehörte, lugte aus der fast unsichtbaren Tasche im Sakko. Ich erfuhr später, dass es sich dabei um eine Frau handelte, die jedoch einen männlichen Charakter spielte. Professor O'Neil. (Etwas unscheinbar war unser Hauslehrer, Professor Nebelwald, der von einem Bein aufs andere wippte und sich mehrmals die feine, goldene Brille richtete. Dieser sollte aber erst am nächsten Morgen auf der Bildfläche erscheinen.)
Und dann war da noch Professor Bones. Eine große Frau mit langem, naturblondem Haar die mit ihrem spitzen, blauen Hut, der kreisrunden und strahlend blau verspiegelten Hippiebrille, dem schweren hellen Mantel, der nur mit vier goldenen Knöpfen über ihrer Brust verschlossen und unten offen war und der Flicken-Schlaghose in verschiedenen Blautönen unübersehbar die Hauslehrerin von Ravenclaw darstellte. Ich erkannte ein Feuermahl auf einer ihrer Gesichtshälften und auch das Auge war an der Stelle milchig weiß. Erst hatte ich mich unglaublich erschrocken und wollte es so gut es ging vermeiden dorthin zu starren, bis ich feststellte, dass es sich dabei einfach um eine Kontaktlinse und gutes Makeup handelte! XD *räusper*
  Mit einer tiefen, rauchigen Stimme, die mehr Autorität und "Seid ihr nicht artig versohle ich euch den Arsch!" nicht hätte ausstrahlen können, endete dann auch schon das kleine Stelldichein mit einem großen, breiten Mann mit hellen, wilden Locken, die dank dem dichten Bart einmal rundherum um seinen Kopf zu wuchern schienen. Schüchtern lächelnd und ein wenig rosiger im Gesicht als vorher, gliederte sich unser Wildhüter Hagrid wieder zurück in die Reihe ein.

Am ersten Abend schlief ich gut. Ich hatte mich in meinen Schlafsack eingekuschelt, hatte das Handy kurz eingeschaltet, um ein Foto bei Instagram hochzuladen und war dann auch erschöpft eingeschlafen.



Fortsetzung folgt ...

Kommentare :

  1. Gott, ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht!!! Mir würde es sicherlich ähnlich gehen. Total. Kann dich wirklich gut verstehen... ;___; <3333

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  2. Oh, da hätte ich auch mal richtig Lust zu :3 Wusste gar nicht, das es hier sowas gibt ♥

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    1. Und das ist, wie ich erfuhr, nicht einmal das Größte HP-Larp! Das Größte findet wohl mit ca 350 Teilnehmern in Polen statt :O

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Ich freu mich immer über liebe Kommentare. Wer tut das nicht? :3 Danke, für jeden einzelnen! Auch, wenn ich nicht immer sofort antworten kann.
// Im Normalfall antworte ich hier. (:

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