Filmtipp: Ein Brief an Momo - ももへの手紙

Für alle, die ihn noch nicht kennen habe ich hier eine tolle Abendbeschäftigung. (:
Da mich die Ghibliwut gepackt hat habe ich es geschafft innerhalb einer Woche alle Ghiblifilme zu gucken. :D Bis auf zwei oder drei, die mich von der Beschreibung nicht interessierten.
Manche haben sich sofort zu meinen neuen Lieblingsfilmen hochgearbeitet, manche werde ich mir wohl kein zweites Mal anschauen. Darunter auch "Der Mohnblumenberg", unter dem ich mir etwas völlig anderes vorgestellt hatte, als eine Schnipselversion von Marmelade Boy... xD
In mein Herz geflutscht sind hingegen Ponyo <3, Stimme des Herzens, Arrietty und die Chroniken von Erdsee (dieser aber nur ganz knapp). Die hatte ich bis jetzt noch nicht gesehen. (: Kikis kleiner Lieferservice, Chihiros Reise ins Zauberland und das wandelnde Schloss waren vorher schon meine liebsten Ghibli Filme und haben Studio Ghibli zu meinem persönlichen Disney werden lassen, mit dem ich seit der neuen Animationstechnik einfach nichts mehr anfangen kann. Wasserköpfe. o_O

Wie dem auch sei - ich bin durch. Also habe ich mich auf die Suche nach anderen japanischen Animationsfilmen gemacht und bin auf "Ein Brief an Momo" gestoßen, den ich mir gestern Abend beim Zeichnen direkt angeschaut habe. (:

'Ein Brief an Momo' entstand 2011 in Japan und erschien 2014 in Deutschland, bei Universum Film GmbH. Regisseur ist Okiura Hiroyuki.

Die Beschreibung, die man im Web findet ist Folgende:


"Liebe Momo!" — das war alles, was in einem Brief geschrieben stand, den Momos verstorbener Vater hinterlassen hat. Momo und ihre Mutter sind gerade von der Großstadt Tokio aufs Land an der japanischen Seto-Inlandsee gezogen. Sie leben auf einer Insel, in einer wundersamen Stadt, die auf allen Seiten von idyllischen Häusern und Naturlandschaften umgeben ist. Aber auch als Momo ein neues Leben beginnt, fragt sie sich weiterhin, was ihr Vater in diesem Brief wirklich schreiben wollte. Eines Tages entdeckt sie auf dem Dachboden ein altes Buch, woraufhin sich allerlei seltsame Geschehnisse abspielen...

Ob die Übersetzung "liebe Momo" richtig ist habe ich mich den ganzen Film über gefragt. :D Aber was hätte man sonst sagen sollen... xD
Die Geschichte fängt schon traurig an: Die letzten Worte, die Momo zu ihrem Vater sagte waren "Ich hasse dich.", bevor er dann durch einen Arbeitsunfall starb und nicht mehr nach Hause zurück kam.
Man beginnt den Film also schon mit einem dicken Knoten im Hals, der durch das Erscheinen der drei Yokai ein wenig aufgelockert, am Ende aber nochmal fest zugezogen wird.

Es ist ein Misch aus Drama und Slapstick, der nur durch die drei Gestalten beigesteuert wird.
Bei all der Heulerei tut ein wenig Gelächter echt gut, was manches Mal jedoch auch die ernste Stimmung zerstört...
Ich hätte mir gewünscht, dass die Story noch ein wenig tiefer taucht. Es zieht sich zwar durch den Tod des Vaters ein roter Faden durch den Film, der aber auch nur auf der Oberfläche dümpelt; so kommt es mir jedenfalls vor.
Der Film dauert knapp 2 Stunden und am Ende hat man trotzdem irgendwie das Gefühl der Unbefriedigung, als hätte man die ganze Zeit auf den großen Paukenschlag gewartet, der aber einfach nicht kommen will. Die Geschichte wird sehr langsam, teilweise etwas zu zäh erzählt, besticht aber durch die flüssigen Animationen und schön gestalteten Landschaften.
Die deutschen Synchronstimmen, vor allem der drei Kobolde machen wirklich Spaß und ich hatte nichts daran auszusetzen. (:

Der Szenenwechsel geschicht manchmal recht schnell, wirkt aber dennoch nicht hektisch. Was ich im Kontrast dazu dann sehr schätze sind solche Szenen wie auf dem Bild, die einfach so lange stillstehen, bis die Person im Zentrum des Geschehens etwas Dummes sagt. :D
"Ich denke ... ich kann garnicht schreiben."
Das sind dann solche Momente, in denen eine Gruppe Schüler im Vordergrund stöhnend blitzartig umfallen und die Beine in die Luft strecken würde. :D Manchmal erwartet man auch einen beschämten Tropfen am Hinterkopf der Personen zu entdecken - aber nichts dergleichen passiert. Man denkt ihn sich aber trotzdem. ;D

Was ich allerdings schade fand war, dass den Figuren häufig die Plastizität fehlt! Trotz knallendem Sommer-Sonnenschein sind teils überhaupt keine oder nur sehr wenig Schatten zu sehen.


SPOILERINHALT

Die Entwicklung, die Momo durchmacht langweilt einen schon fast, da die Story doch das typische "Familienmitglied stirbt und die Angehörigen müssen damit klarkommen. Neues Zuhause. Kind des Hauses entflieht ihrem Kummer durch magische Wesen und am Ende wird alles gut."-Schema verfolgt. Die persönlichen Erfolge, die sie für ihr neues Leben erziehlt sind zu offensichtlich, wie zB. der Sprung ins Wasser von der Brücke, den sie am Ende doch noch schafft. Wie zu erwarten. xD Würde man darüber eine Analyse in der Schule schreiben müssen, würde man sicherlich über die Frage stolpern: Analysiere den Sprung von der Brücke. Was bedeutet das für Momos weiteres Leben?

Auch wer hofft, dass das Ganze in eine Art "Chihiros Reise ins Zauberland 2" ausartet, wird enttäuscht. Sehr schön finde ich aber, dass die japanische Mythologie angekratzt - aber leider auch nur angekratzt - wird. (: Die drei Yokai hätte man jedoch noch ein wenig weiterentwickeln und die Charaktere ausbauen können. So bleiben sie doch sehr oberflächlich und man weiß nicht, ob man sie nun mögen oder einfach nur nervig finden soll. :( Schade.


Was mich persönlich sehr gestört hat war das überdramatisierte Ende. Sicherlich sind es eine Mischung aus Mitgefühls- und Freuden-tränen, dass der tote Vater seiner Tochter zum Abschluss dann noch einen Brief aus dem Totenreich schickt, damit man sich nicht mit der Gewissheit, dass Momos letzte Worte an ihn schrecklich waren zurückgelassen fühlt, ist aber dann doch ein kleeeeeines bisschen zu übetrieben. xD Aber immerhin lässt es den Zuschauer den Film mit einem guten Gefühl im Magen abschließen, auch wenn es viel Wehmut zurücklässt. u__u

 SPOILERINHALT - ende :D

Alles in allem finde ich den Film schön. (: Wer schon mit der Erwartung an eine 2. Ghibli-Produktion da ran geht kann nur enttäuscht werden. Es kann eben nicht immer alles Ghibli sein. ;)
Ich habe auch gelesen, dass der Film eine schlechte Abkupferung von diversen Ghibli Klassikern sein soll, dem ich absolut nicht zustimmen kann! Die japanische Kultur besteht nunmal auch aus ihren Sagen und Mythen - die sind nicht erst seit dem Zauberland bekannt. Solch eine undurchdachte Aussage hat der Film absolut nicht verdient; bedient er auch das Familiendramenklischée mit magischer Note.


'Ein Brief an Momo' führt einem mit seiner Detailverliebtheit vor Augen, wie kostbar das Leben ist und wie wichtig es ist niemals aufzugeben.  Nicht zuletzt: Sich stets im Guten von Menschen zu verabschieden und nicht immer an sich selbst zu denken.

Wenn es an der Zeit ist, werde ich ihn wieder schauen. (:


Kommentare :

  1. Ich lieeeeeebe Ghibli! Seit ich Ponyo und Totoro mal im Fernsehen gesehen habe, muss ich so langsam mal die restlichen Filme anschauen *0*
    Die sind so toll gezeichnet und die Geschichten sind so schön <3 hach...

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  2. Ghibli Filme sind auch meine Favoriten!! Einfach total schön animiert und zum träumen :)
    Den Film "liebe Momo" werd ich mir bestimmt mal anschauen ! :)

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  3. Ghibli Filme sind auch meine Favoriten!! Einfach total schön animiert und zum träumen :)
    Den Film "liebe Momo" werd ich mir bestimmt mal anschauen ! :)

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    1. Du solltest nach "Ein Brief an Momo" googlen; dann findest du es schneller. ;)

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  4. Ich liebe die GhibliFilme. Das Zimmer meines späteren fiktiven Kindes werde ich mit Totoro verzieren :D
    Hast du "Ein Sommer mit Coo" gesehen? Der ist auch sehr schön, obwohl da zwischendrin auch bei mir die Tränen gefloßen sind.

    LG Dana

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    1. Nö, aber ich bin für alle Vorschläge offen! :D

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  5. Den Film kenne ich nicht, aber klingt trotzdem sehr interessant, dass ich sicher demnächst danach Ausschau halten mag. Ich finde es schade, wenn man Nicht-Ghibli-Filme mit Ghibli-Filme vergleichen muss. Es gibt doch so viele Anime-Juwelen da draußen. :)

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  6. ich muss bzw will auch noch ein paar ghibli filme gucken, aber manche von den dvds sind echt teuer >.<

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  7. Ich bekenne mich ebenfalls als ein großer Hayao Miyazaki Fan...an diese Anime Filme kommt keiner heran. Ein Brief an Momo habe ich auch vor nicht all zu langer Zeit gesehen, er war ok, aber eben nur ok.....wenn ich dann aber an das wandelnde Schloss denke, Ponyo und Chihiros Reise ins Zauberland dann muss man einfach gestehen, dass er leider schrecklich langweilig ausfällt.

    Sag, kennst du die letzten Glühwürmchen?
    Den würde ich dir noch empfehlen, wenn dir mal so richtig nach Weinen ist. Lies auch bloß nicht die Beschreibung durch und auch nicht den Trailer angucken...einfach gleich zum Film übergehen.

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  8. Oh, den Film habe ich auch so oft "gesehen", aber kam noch nie dazu, ihn mir anzugucken. Bin aber auch sehr großer Ghibli-Fan und da würde es mich interessieren, welche Filme du denn ausgerechnet nicht gesehen hast? :D

    Neben Ghibli mag ich das Madhouse Studio wohl mit am meisten, vor allem Das Mädchen, das durch die Zeit sprang hat mir auf Anhieb unglaublich sehr gefallen, aber auch Filme wie Tokyo Godfathers, Summer Wars und Paprika sin von Madhouse, dachte kurz, dass Ein Brief an Momo auch von denen sein könnte ^^'

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