Caddü der Vollblutnazi.

Ich bin sauer. Stinksauer.

Da hat Jemand auf Facebook einen Link geteilt. Ein Mittelfinger ist zu sehen - oder, ein Mann, der einen Mittelfinger in die Kamera hält. Darunter ist ein Spruch zu lesen, der in etwa "Mittelfinger für Naziarschlöcher!" bedeutet.
Eigentlich wollte ich mir die Kommentare dazu nicht durchlesen, aber ich war dann doch zu neugierig und fing ganz oben an. Was mich wirklich schockierte waren nicht die Hassreden gegen Nazis oder deren Demonstrationen. Mich schockte auch nicht wirklich, was der ein oder andere selbsternannte "Vollblutarier" zum "Ausländerpack" zu sagen hat; trotz dazugehörigem Reichsadler als Profilbild. Das war's auch noch nicht.
Was mich schockierte war die Oberflächlichkeit, mit der die Menschen an die Sache rangingen. Diese alles vernichtende, zermalmende Oberflächlichkeit, gegen die keine Worte dieser Welt anzukommen scheinen, seien sie noch so sinn- und tugendvoll. Nein. Dagegen kommt leider nur ein Schwert an. Oder ein Eichenstuhl. Oder heißes Öl.

Ja, da kommt der Hass in mir auf. Wenn ich lese, dass "Deutschland verweichlicht sei und die Anzahl der hiesigen Ausländer nur zu sehr toleriere." Dass "Wir uns gegen die Übernahme Deutschlands wehren sollten." Und auch, dass "jeder Mensch das Recht haben sollte hier einzureisen und Hilfsgelder zu verlangen."
Sind wir hier eigentlich bei Wünsch Dir Was?

Ich wollte erst nicht, aber der Drang den Mund aufzumachen war einfach zu groß. Trotz meiner Abneigung gegenüber der Handytastatur in Bezug auf lange Texte - und das würde er mit sicherheit werden - schrieb ich und schrieb und schrieb.
Dass jeder Mensch das Recht haben sollte dort zu leben, wo er glücklich ist. Dass jeder das Recht auf eine unbeschwerte Zukunft habe, egal aus welchem Land er komme. Dass man nicht zu schnell über Andersdenkende urteilen und sich in Aktzeptanz üben solle. Und zwar egal aus welchem Land der Mensch sei. Ich schrieb, dass ich ehrlich zugeben müsse keinen übermäßigen Nationalstolz zu besitzen. Ich könne nunmal nichts dafür hier geboren worden zu sein. Ich sei nunmal deutsch und lebe hier; sei mal dahingestellt, ob ich das gut oder doof finde. Schrieb, dass ich eines Tages bestimmt in einem anderen Land leben wolle und dass ich es auch toll fände, wenn mir Menschen unvoreingenommen gegenübertreten und mir ihr Land und die Sitten dort zeigen.
Im Gegensatz dazu schrieb ich aber auch, dass ich nachvollziehen kann, dass es Menschen gibt, die zum Beispiel die "vetürkischung" Deutschlands langsam nervt. Dass diese "Aktzeptanz" auf beiden Seiten stattfinden müsse: Das Aktzeptieren eines anderen Glaubens und Denkens aber auch das Aktzeptieren anderer Sitten in anderen Ländern. Dass ich verstehen könne, wenn es die Deutschen nervt als Nazi dazustehen, weil sie sich gegen ein Schweinefleischverbot in Kindergärten einsetzen. Ich schrieb, dass ich es nicht gut finde, wenn Jemand hier wohnen und sich nicht an Sitten oder wenigstens Regeln halten möchte. Natürlich habe jeder seine eigenen "Sitten" und Bräuche und Regeln und Maßstäbe, nach denen er lebt. Aber man wisse schon, was ich meine. Immerhin würde ich auch nicht im Bikini durch manche Teile Ägyptens rennen, weil sich so etwas da einfach nicht schickt. Es ist nicht gerne gesehen. Es ist verpönt und nicht zuletzt einfach teilweise verboten. Ich verstünde es nicht, wie hier Menschen leben können, die sich einfach nicht anpassen wollen. Die nach 15 Jahren der Sprache immernoch nur bruchstückhaft Herr sind, da sie es nicht einsehen eine andere Sprache als ihre zu sprechen. Frech, ungehobelt und dreist - sehen Hilfsgelder als Willkommenspaket. Ich könne nachvollziehen, wie sich der deutsche Arbeiter dann verarscht vorkommt. (...) Und auch tippte ich, dass ich nicht verstehen kann, wieso der Deutsche sich immer beugen müsse. Sobald Jemand den Mund aufmache und Nazi rufe, würden die Menschen in die Knie gehen und um Vergebung bitten, wo es nichts zu vergeben gibt. Mit den Deutschen könne mans ja machen. Man reibe ihnen einfach die bittere Vergangenheit unter die Nase und kriegt seinen Willen durch. Ob es ihnen nun passt oder nicht. Und dass man das mit Amerika, Frankreich oder anderen Ländern nicht so machen könne, weil man dort auf Granit beiße. (...) Ebenfalls erwähnte ich, dass es mir egal sei, wenn hier eine Moschee gebaut werde. Ich habe mit Religion nichts am Hut und würde mich dadurch nicht in meinen Ansichten verletzt oder bedrängt fühlen. Auf der anderen Seite könne man den Deutschen dafür auch einmal dankbar sein (was es bestimmt auch viele Menschen sind), anstatt sich am Laufenden Band zu beschweren, was hier anders laufen sollte. Man solle sich vorstellen eine Kirche in Afghanistan bauen zu lassen. Undenkbar. (...)

Ich versuchte so gut es geht beide Seiten zu durchleuchten; und damit meine ich nicht die Seite der Menschen, die am liebsten jeden Ausländer sofort wieder rauswerfen würden. Solch eine rechtsextreme Seite darf nicht gerechtfertigt werden. Ich meinte damit diejenigen, die ein Recht auf Meinung haben. Ein Recht mitzuentscheiden, wie es in Deutschland aussieht und sagen, dass sie es nicht okay finden, wenn ihre Kinder keine Schinkenwurst mehr mit in den Kindergarten bringen dürfen, aufgrund der türkischen Kinder. Das sind keine Nazis, sondern einfach Menschen, die ihre Lebensweise bedroht sehen. Das geht den Müttern der wurstbrotverschmähenden Kinder nicht anders. Da Prallen Mütter aufeinander, die sich um ihre Kinder Sorgen. Um deren Zukunft. Hinzu kommt dann noch, dass sich die deutsche Mutter der deutschen Bräuche, Lebensweisen und den sonstigen Kram beraubt sieht und diese erhalten möchte.
Stellt euch vor, in China würde man statt Chinesisch- Endlischunterricht geben. Statt der Teezeremonien wird die Kunst des Basketballspielens gelehrt. Da denkt sich jeder: Aach, man muss auch mal in die Zukunft denken! ... Aber das, was eine Kultur und ein Land besonders macht sind doch die Lebensweisen der Menschen, egal in welcher Hinsicht. Und dazu gehört nunmal auch ein Wurstbrot im Kindergarten. Man kann nicht einfach in ein anderes Land ziehen, auf den Tisch hauen und beantragen: SO! Ich bin Veganerin und ab heute wird in Griechenland kein Tzaziki mehr gegessen! ... Das geht einfach nicht.
Und das nehme ich persönlich nicht als Nazigetue wahr, sondern als "Nein, wir wollen das nicht." Und entweder ich sage "Okay." oder bin hier einfach falsch.

Wie dem auch sei, natürlich blieb meine sehr offene Meinung gegenüber dem Thema nicht lange unbestraft und es kam das, was kommen musste.

"Das, was du da schreibst ist völliger Schwachsinn! Ich könnte dir erklären wieso aber das würdest du eh nicht verstehen.......!!! wie kann man sich so oft selbst widersprechen und so einen müll vonsich geben!?!? lies dir ersteinmal die deutsche geschichte durch, bevor du hier so einen schwachsinn verbreitest!!"

"Caddü, was würdest du sagen wenn du aus deutschland raus müsstest, aus welchem grund auch immer und flüchten müsstest. du würdest dort keine hilfe bekommen, hättest kein geld und hättest probleme mit der sprache und würdest dau noch dumm angeguckt werden. was würdest du dann machen??Würdest du nicht auch frech werden und aufhören die alles gefallen zu lassen?? Ich kann nicht verstehen wieso sich ihr deutschen alles Erlauben könnt und wir dürfen nichts. Werden immer nur dumm angeschaut und beschimpft von euch DEUTSCHEN (...)"


"SOLCHE NAZIS WIE DICH BRAUCHEN WIR HIER NICHT!!!!!"

...
Da platzen einem doch die Adern im Hirn.

Obwohl mein Text von vielen genauso aufgenommen wurde, wie ich ihn geschrieben hatte gab es dann doch diese unüberlesbaren Unverschämtheiten, die mir die Weißglut ins Gesicht trieben.
ICH. Ein Nazi. ICH. Deren Schwester mit einem Türken zusammen ist, der mit uns am Tisch Trivial Persuit spielt. ICH, die eine Tamilin, Russin und Vietnamesin zu ihren besten Freundinnen zählt. ICH, die sagt "Ein Mann" und nicht "Ein Schwarzer". ICH, die sich immer wieder fragt, was es für einen Sinn macht, dass in den Nachrichten kommt "Russe überfällt Kiosk" und nicht "Mann überfällt Kiosk", außer, dass daduch manchmal nur der Hass geschürt wird. ICH. Ein dreckiger Nazi! Pfui!

Ich möchte hier nicht erläutern, was ich diesen Vollidioten auf ihre zeitverschwendenden Kommentare antwortete, denn das ist nicht jugendfrei.
Sehr darauf bedacht beide Seiten der Medaille zu verstehen und überaus pingelig, was meine Aussprache und Ausdrucksweise betraf wurde ich eiskalt abgestempelt, nachdem man wohl das Wort "anpassen" gelesen hatte. Hirn aus. Mund an. Oder in diesem Fall, die Finger.
Ich kann einfach nicht fassen, dass man Jemandem nicht einmal das Recht einräumt sich zu beiden Seiten zu äußern. Muss man denn entweder rechts oder links sein? Blau oder rot? Hell oder dunkel?
Kann man das Licht denn nicht auch so dimmen, dass man sehen kann und dennoch nicht geblendet ist? Ist es so verwerflich zu sagen, dass jeder dort leben können sollte, wo er glücklich ist und ein Zuhause findet? Und ist es auf der anderen Seite inkorrekt zu behaupten, man finde, dass sich jeder Mensch Anschluss suchen sollte um sozial nicht auf der Strecke zu bleiben?
Ich verstehe das einfach nicht. Es ist mir einfach unverständlich, wie man eine so wichtige Sache so oberflächlich abtun kann. Es gäbe so viel zu klären und so viel zu bereinigen. Der Deutsche sollte aufhören sich bei dem Begriff "Nazi" und "Hitler" unter den Tisch zu ducken. Genauso sollten die anderen Länder dieser verseuchten Erde langsam dahinter steigen, dass es lächerlich ist so etwas als Druckmittel zu missbrauchen. Das ist einfach eine Frechheit.
Und genauso sollten Einwanderer eine Chance bekommen. Eine Chance deutsch zu lernen, eine Chance zu arbeiten und eine Chance ihre Kinder in die Schule zu schicken, was sie in ihrem Land vielleicht garnicht konnten, weil es ihnen - aus irgendeinem Grund auch immer - nicht möglich war.
So wie jedem anderen Bürger Deutschlands auch. So wie Jedem anderen Menschen auch.
Das mag sich zwar "widersprechen", aber das sind nunmal meine Meinungen für beide Seiten des Ganzen. Jeder verhält sich hier nicht ganz richtig. Es gibt keinen "Bösen" und "Guten" bei der Sache.
Das ist so, als würden sich zwei Kinder abwechselnd gegen die Schienbeine treten...

Ich kenne viele Menschen, die eingewandert sind. Die sich hier sehr hart eine Existenz aufgebaut haben und damit nun zufrieden sind. Die Arbeit und Familie haben, eine Wohnung oder ein eigenes Haus sogar und dazu vielleicht noch ein paar Haustiere und Nachbarskinder vor der Türe.
Diese Menschen erzählen immer wieder aufs Neue, wie sehr sie sich für ihre Landsleute schämen müssen, die nach Deutschland kommen und das Nachthemd aufhalten wie im Märchen "Sterntaler". "Die kommen nach hier und bauen einen Ring auf. So einen Diebstahlring. Klauen Autos und alles. Das geht zuhause nicht. Da wird man für sowas weggesperrt und verschwindet spurlos. In Deutschland ist das einfach. Deutsche sind so. Anstatt Arbeit und eine Frau zu suchen."

Und wenn ich dann sowas lese ... dass "jeder Ausländer Unterstützung und Geld verdient und eine Chance und ... und ..." vorgekautes Essen. Da werde ich einfach sauer. Natürlich gibt es viele Menschen, die sich aufraffen und es hier zu einem normalen Leben bringen wollen. Die fliehen mussten und sich erst einmal von dem Schockzustand der Verfolgung erholen müssen. Die, die ihre Familie verloren und nichts mehr haben. Aber von denen rede ich auch nicht. Ich rede von denen, die die erzwungene Großzügigkeit dieses Landes eiskalt ausnutzen und dafür nicht einmal richtig bestraft werden. Aber hey. Hauptsache ich bin "Ein Nazi". Weil ich nicht verstehen kann, wieso das mit den scharfen Einreiseregelungen in anderen Ländern funktioniert und hier nicht. Weil es mich nervt für jeden Scheiß als Nazi beschimpft zu werden - bin ich ein Nazi.
Ich bin also ein Nazi, weil ich kein Nazi sein will. Klingt logisch. Nicht.

Jeder kleinste Wortfetzen wird einem im Mund herumgedreht. Und nochmal gedreht und gedreht und gedreht, bis er sich so anhört, dass sich das Wort "Nazi" darauf reimt. Wisst ihr, was lustig ist? Die Nazis damals waren auch so oberflächlich. So dumm und schwätzerisch. Mussten nur eine große Nase und dunkle Augen sehen und schon wurde "JUDE" geschrien. Heute braucht man nur einmal anmerken, dass man den Missmut der Deutschen nachvollziehen kann und schon wird "NAZI" geschrien. Ist das nicht etwas zu lächerlich?
Und ähm... wieso sollte ich mir bitte "die deutsche Geschichte" durchlesen? Worauf sollte ich bitte stoßen, dass es irgendwem die Rechtfertigung erteilt sich wie ein Arschloch verhalten zu dürfen?

Menschen sind dreckige, miese Viren, die die Erde bevölkern und langsam dahinraffen. Sich auf dem Weg zur vollkommenen Unbewohnbarkeit hinzukommend noch selbst zersetzen, wie ein Fass Säure ein Stück Fleisch.
Diese unglaubliche Überempfindlichkeit. Diese Suche nach jedem kleinen Fehltritt des Gegenüber. Der Geifer, mit dem sich einjeder auf die Aussagen anderer stürzt und sie auseinanderpflückt wie Zwiebelschichten. Ekelhaft. Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Die einen schreien "AUSLÄNDER!". Die anderen schreien "NAZI!".
Ich sage: Ihr habt sie alle nicht mehr ganz beisammen.

Das ist auch der Grund, wieso ich bei solchen Diskussionen lieber zuschaue, mich bei dem Thema einfach raus halte und mich nicht darum kümmere.
Denn: Egal was man sagt; wie man es sagt - "die anderen" finden immer einen Grund einem das Messer in den Rücken zu schlagen.

Also lebe ich mein Leben weiter, kümmere mich nicht um "mein Land" und gebe auch meinen Senf nicht mehr dazu. Ich weiß, ich weiß. "Wenn jeder so denken würde dann wären wir verloren!".
Aber CADDÜ DER NAZI KLINGT SICH AN DIESER STELLE AUS.
Sieg heil, Cäsar!

PS. Entschuldigt bitte dieses wirklich ernste Thema, welches ich an die Wand gestellt und verbal verprügelt habe. Aber sowas muss einfach manchmal aus mir raus, damit ich nicht vor Wut platze. Man muss heute so verdammt aufpassen, was man wie schreibt, damit man nicht gesteinigt wird, dass es einem die Kehle zuschnürt.

PSPS. Ich will nicht sagen, dass sowas alles nicht auch in anderen Ländern vorkommt. Dass es nicht auch Deutsche gibt, die ihren eigenen Staat ausbluten lassen und dass irgendwer an irgendwas alleinig die Schuld trägt. Aber das ist nunmal gerade nicht Thema und würde den Text nur noch mehr verlängern. Es gibt so viele Feinheiten, die noch erläutert werden müssten, damit man Jemanden absolut nicht missverstehen kann. Damit alle Fragen beantwortet sind. Aber das schaffe ich heute Abend einfach nicht ...

Kommentare :

  1. Abend,
    ich kann dir im Großen und Ganzen nur zustimmen. Ich finde es gut, dass du als Bloggerin auch hier so etwas thematisierst. Ich kann verstehen, dass du nach solchen Beleidigungen ein wenig frustriert (?) bist. Bevor ich hier nun anfange zu viel Senf noch dazu zu geben, kurz und knapp:
    Mach dir bitte nichts daraus. Es gibt vielleicht einfach zu viele engstirnige Menschen...
    Und Ich finde super, dass du so denkst wie du denkst.
    Zum Glück gibt es ja auch genug(?) Menschen, die irgend wie grau/bunt (was nun auch immer zwischen schwarz und weiß sein soll) sehen können.
    Liebe Grüße
    Cynthia

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    1. DANKE, ich hatte schon befürchtet, dass jeder nun eine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen will...
      Wenn ich dem gegenüberstehe, was man zu diesem Thema noch alles sagen könnte oder müsste, bleibt mir der Atem weg. Das ist nur ein kleiner Bruchteil von dem, was mir noch dazu einfallen würde. Und man muss immer so verdammt aufpassen wie man was formuliert, damit man nicht sofort als irgendwas abgestempelt wird. -.-' Das ist wirklich anstrengend, wenn einem aus ALLEM ein Strick gedreht werden kann.

      Würde ich schreiben, dass ich finde, dass Blogger nicht nur hübsche Outfitfotos und Do It Yourself Kram herzeigen sollten, käme ich mir außerordentlich frech vor. Jedoch finde ich es wichtig, wenn man einen Blog führt, der den Charakter widerspiegeln soll, auch solche Themen zu "behandeln", beziehungsweise auch einmal seine Meinung zu sowas preiszugeben. Ich habe keine Angst meine Meinung zu sagen. Es gibt immer Jemanden, der einen safür (meist öffentlich) steinigt. Nur selten wird man dann verteidigt - schon gar seltener im Internet. xD

      Ja klar, die wird es immer geben. Ich habe auch gelernt, dass mir solche Leute am Allerwertesten vorbeigehen, jedoch konnte ich diese Art von unverschämter Beleidigung nicht auf mir sitzen lassen. Diese Leute kennen mich kein Stück. Und Jemanden aufgrund eines Textes zu VERurteilen ist einfach der wahre Schwachsinn an der Sache. Das ärgert mich so dermaßen...

      Diesen Text zu verfassen hat mir viel Luft gemacht und nun geht es mir auch besser. Ich habe kurz überlegt ihn wieder zu löschen, damit sich nicht doch noch Jemand am Ende auf den Fuß getreten fühlt, aber wir haben alle die Gabe der höflichen Kommunikation und wer sich in irgendeiner Weise angegriffen fühlen sollte, kann mir das gerne sagen. Ich werde die Sache dann so gut es geht aufklären, oder es zumindest versuchen. (:
      Öh wo war ich? :D Achja... Ich habe diesen Text nicht nur geschrieben um mir Luf zu verschaffen, sondern auch um vielleicht Menschen zu finden, die genauso denken oder einfach gerne etwas dazu sagen würden...

      Es geht mir jetzt jedenfalls schon viel besser. XD

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  2. Caddü, ich finde deine Einstellung toll :) So denke ich auch, und ich habe in dem Fall das Glück, Ausländerin zu sein, sodass ich nicht SO schnell die "Nazi!"-Rufe zu hören bekomme. Ich bin da genauso, wie deine ausländischen Freunde, ich schäme mich für alle, die hierhinkommen und die Frechheit haben, zu denken, dass hier alles wie in ihren Heimatland läuft. Die, die nach vielen Jahren immer noch kaum Deutsch können, keinen Job oder Ausbildung haben wollen und immer an den hiesigen Traditionen und Gepflogenheiten zu meckern haben. Ich fühle mich genauso unwohl wie viele Deutsche im Türken- oder auch Russen"ghettos", verstehe es gut, dass es nicht okay ist, Schweinefleisch zu verbieten oder ähnliche Sachen. Ich verstehe einfach nicht, wie man wo einwandern kann und so etwas verlangen kann. Man muss nicht alles verstehen, was die Deutschen tun und denken, aber man muss es eben akzeptieren, wenn man hier leben möchte.
    Ich kann es auch verstehen, dass es einen als Deutscher nervt, ständig für die Ausländer auf die Knie zu gehen, weil sonst sofort Nazi gerufen wird. Das ist dämlich, und irgendwann haben die Leute genug und sind gedemütigt, und dann können sich gefährliche Tendenzen entwickeln. Das passiert ja eigentlich schon heute und ist die Grundlage für die ganzen radialen Parteien. Und je mehr die Deutschen eingeknickt werden, desto mehr Anhänger werden sie gewinnen.
    Zu dem Argument aus dem 2. Kommentar zu deinem Beitrag: wenn Menschen nach Deutschland kommen, bekommen sie Hilfe ohne Ende. Als wir hierherkamen, bekamen wir sofort eine Unterkunft, Geld ausgezahlt, Hilfe bei den ganzen organisatorischen Sachen, alle wurden zu einem Deutschkurs geschickt und wir mussten keinen Cent dafür zahlen. Ich meine, hallo? Wo gibt es das bitte sonst? In den meisten Ländern muss man nachweisen, dass man für seinen Unterhalt selbst sorgen kann, damit man überhaupt einreisen darf. Und selbst wenn nicht, kriegt man nicht kein Geld auf den Tisch gelegt und Hilfe ohne Ende. Deswegen gibt es da für mich kein "stell dir vor.." Weil eben wenn Deutsche irgendwohin kommen, sie anders empfangen werden, als die Ausländer die hierhin kommen.
    Ich habe zu meinem 10jährigen Deutschland-"Jubiläum" mal meine Geschichte aufgeschrieben, zwar vor allem zur Sprache, aber, kannst du mal gucken wenn du magst ^^
    Und sonst, kann man da wohl nicht viel machen. Dumme und diskussionsunfähige Menschen gibt es leider zu viele!

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  3. Danke für deine ausführliche Meinung zu diesem schwierigen Thema. Mir kommen die Diskussionen über Zuwanderung und Integration auch meist zu oberflächlich UND zu einseitig vor. Selbst bei "offiziellen Debatten", bei den Vereinsvertreter_innen und andere engagierte Menschen mitreden, die sich mit dem Thema eigentlich sehr gut auskennen sollten (und die Komplexität verstehen sollten), habe ich so oft Engstirnigkeit statt Offenheit angetroffen.
    Das "anonyme Jedermann-Kommentare" bei Facebook dann noch eine Spur oberflächlicher sind, hatte ich befürchtet (und lese sie darum nie/selten), aber das was du hier berichtest: KRASS...

    ...ich dachte bisher, dass die Leute mit ihren oberflächlichen Kommentaren einfach keine Lust haben, halbe Romane rauszuhauen und darum mit einem Satz versuchen, die Welt zu erklären. Aber vermutlich sind die doch zu doof. Zumindest was Lese- und Textverständnis angeht.

    Im Großen und Ganzen teile ich deine Meinung übrigens.

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  4. "Da platzen einem doch die Adern im Hirn." so wahr!
    Was mich einfach extrem stört, bzw. was mir aufgefallen ist, nachdem ich durch die Musik, die ich höre bisschen auf die linke Szene aufmerksam geworden bin, ist einfach die tatsache, dass die oberflächlichkeit in bezug auf die vorurteile von rechten auf ausländer im umkehrschluss so knallhart von linken gegenüber dem feindbild "nazi" umgesetzt werden, dass es wirklich lachhaft ist.
    ich finde mich in der linke "seite" einfach viel mehr wieder, kann mich aber kein bisschen damit identifizieren, wie schlimm die "toleranz gegenüber deutschen" verachtet wird. das ist doch genau das fucking selbe...
    ich freue mich daher sehr den text hier zu lesen und kann nur zu gut den punkt verstehen, an dem es dir einfach reicht, -und das obwohl ich ja sozusagen auf einer "seite" stehe ^_^ das argument mit der moschee find ich immer noch am besten. stell dir mal vor katholische kirchen in der türkei; nie und nimmer, selbst wenn ganz deutschland in die türkei auswandern würde. Stell mal vor die Spanier würden ankommen und die selbe scheiße, die hier abgeht in mallorca starten. Da nisten nämlich ganz schön viele Deutsche ohne ein Wort spanisch :D

    Naja, eigentlich wollte ich mich nur bedanken für den text und dir ein bisschen seelenfrieden wünschen haha :D Liebe Grüße, xx

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  5. Liebe Caddü,
    danke dass du dich auf deinem zauberhaften Blog auch mal mit solchen Themen auseinandersetzt. Und dann auch noch so differenziert!
    Denn das ist das Zauberwort: Differenzieren könne. Nicht pauschalisieren, wie es meist in diesen Online-Diskussionen ist. "Jeder" Pole, "alle" Ausländer mach dies oder jenes.

    Ich nutze Facebook als NewsFeed, d.h. ich habe viele große Zeitschriften oder Onlinemagazine abonniert und werde so über neue Artikel informiert. Zu Beginn habe ich mir noch die Kommentare durchgelesen und dachte mir nur: Was sind das für Leute? Wie kann man nur glücklich sein, indem man den ganzen Tag nur pöbelt und engstirnig Unwarheiten verbreitet?
    Zu Beginn habe ich noch mitdiskutiert. Habe lange, ausgiebige, differenzierte Texte verfasst, die beide Seiten beleuchten. Meist eben zu dem Brennpunktthema Asylrecht, das in Berlin gerade große Wellen schlägt.
    Mir ist aufgefallen, dass mir, wie dir, die Worte im Mund verdreht wurden und ich (Kind polnischer Aussiedler), aufgewachsten in Berlin Kreuzberg auch als Nazi da stand. Ich dachte nur: WTF.
    Mein Freund meinte nur: Don´t feed the troll!. Seitdem zwinge ich mich dazu die Kommentare nicht mehr durchzulesen und auf keinen Fall mitzudiskutieren. Nur für mein Seelenheil.
    Denn besonder im Internet, wo viele weit entfernt, anonym vor ihren Rechnern sitzen, trauen sich viele noch mehr einfach nur zu pöbeln. Es geht nicht um Austausch, Diskussion o.ä., nur darum andere Menschen per Internet zu diffamieren.
    Ich bin mit meiner aktuellen ´Lösung´, keines wegs zufrieden. Am liebsten würde ich jedoch unter jeden dummen Text / Kommentar eine differenzierte Meinung darlegen, bis jeder sich das mal durchgelesen hat und seine Augen nicht verschließen kann: Es gibt nicht schwarz oder weiß. Es ist meist eben BUNT.

    Ich teile deine Meinung und werde diese jetzt nicht nochmal nieder schreiben, dass hast du schon in voller Genüge getan.

    Kopf hoch und wir brauchen mehr differenzierte Leute, wie dich.

    Liebe Grüße, Kinky

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  6. Ich finde es gut, dass du dich an so ein Thema ranwagst. Ich kann dir da auch vollkommen zustimmen. :) Mach dir nichts aus den dummen Facebook Kommentaren.. Es ist eben einfach Facebook, was kann man da erwarten. Im Internet haben alle immer die allergrößte Klappe, meistens aber genauso wenig dahinter. Da fällt die Nazikeule ziemlich schnell. :D Hab das schon sooo oft erlebt. Wenn dein Gegenüber eine andere Meinung hat, die er nicht verstehen oder akzeptieren kann, fällt sofort das "N-Wort" und damit ist die Disskussion dann beendet. Weil du ja ein Nazi bist. Ist auch egal wie oft man dann noch dagegen hält, man ist ja ein Nazi. :D
    Mach dir nichts draus.. Freu dich, dass du deinem Gegenüber geistig "überlegen" bist. Es bringt ja eh nichts solche Menschen zu belehren. :)

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  7. Es gibt leider immer diese Menschen, die in solchen Kommentarspalten nur darauf warten, dass jemand auch nur im entferntesten Ausländer kritisiert, damit sie "Nazi!" rufen können. Die interessiert gar nicht, dass du das Thema von mehreren Seiten beleuchtet hast und sind auch nicht gewillt, logisch und sachlich mit dir zu diskutieren oder nachzufragen, wenn sie deine Kritik nicht verstehen.
    Gut, dass du das hier von der Seele schreiben konntest! :)

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  8. Ich kann wirklich JEDES WORT, was Du sagst für mich genauso unterstreichen. Grausig, wie solche DIskussionen überall ausarten können, ich erlebte es oft genug auf einer anderen Plattform und bin dort auch kaum noch. Solche krassen Dinge und die Dummheit einiger Menschen regen mich so derbe auf, obwohl ich mir auch immer vornehme, ruhig und gelassen zu bleiben. Ich kann dann leider auch selten meinen Mund halten und packe so richtig aus und dann passierte mir das gleiche wie Dir...Mittlerweile ist mir das aber egal, ich kann für die Beschränktheit anderer nichts und wer nicht sachlich argumentieren kann und zumindest halbwegs die Regeln der Höflichkeit - trotz anderer Meinung - einhalten kann, wird von mir gnadenlos stehengelassen. Ich hab da echt keine Lust mehr, mich rumzuärgern. Aber es ist immer wieder beschämend, wie viele Leute drauf sind..manchmal frage ich mich ja, ob in meinem Freundes- und Bekanntenkreis womöglich auch solche Menschen sind und man gar nicht weiß wie sie ticken, weil man das Thema noch nicht hatte..oh wei....lieber nicht länger drüber nachdenken, ne. Liebe Grüße an Dich!

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  9. Das ist ein sehr sehr schwiriges Thema, finde ich. Ich kann dir nur recht geben und würde diesen Menschen auf Facebook, die so engstirnig und oberflächlich sind, gerne eine reinhauen.
    Ich finde, gerade in so einer Diskussion sollte man nicht schreien "MEINE MEINUNG IST DIE EINZIGE RICHTIGE, IHR ANDEREN SEID DUMME VOLLIDIOTEN.", sondern sollte beide Seiten beachten, diese beleuchten und darauf eingehen, was du gut gemacht hast. Ich versuche tolerant zu jedem Menschenzu sein, die anderen Sitten, Kulturen und Meinungen von anderen zu akzeptieren, wenn niemandem geschadet wird.
    Ein Problem meinerseits ist, dass ich niemals mich trauen würde, zu schreiben oder zu sagen, dass Einwandere sich an die deutsche Kultur anpassen sollten, weil ich, wenn ich diese Wörter ausgesprochen hätte, Angst davor hätte als Nazi oder als Rechts beschimpft zu werden, was ich keinenfalls bin. Eben deswegen finde ich das, was du geschrieben hast wichtig, da sich nicht alle Einwanderer gerecht der Sitten, die hier herschen verhalten und Anpassung manchmal an die Gesellschaftsform wichtig ist.
    Es muss noch viel getan werden, bis zwischen Zugezogenen und Hiergeborenen eine angenehme Sttimmung herscht. Beide Seiten sollten dafür etwas tun. Einfach offener auf jeden Menschen, egal ob Religion, Geschlecht, Herkunft, Sexualität, Hautfarbe oder politischen Ansichten, zu gehen. Ich finde, besonders eine Reform des Asylgesetzes ist dringend nötig.

    Liebe Grüße
    Charlotte

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  10. Ich finde es bemerkenswert, dass du beide Seiten durchleuchtet und dir so eine Meinung gebildet hast, nicht jeder würde so handeln. Ich denke das Problem ist auch, dass die Menschen sich in zwei Lager geteilt sehen, es heißt nicht "Wir Menschen" sondern "Wir Deutschen gegen die Ausländer".

    Ich bin mir sicher, dass du kein Nazi bist, aber Aussagen wie "Ich habe, Türkische, Vietnamesische, Schwarze Freunde, deshalb kann ich nicht rassistisch/kein Nazi sein" halte ich für problematisch.
    Nur weil man mit Leuten anderer Hautfarbe, anderer Religion, etc. befreundet/in einer Beziehung/etc. ist, hat man nicht automatisch Absolution von falschem Verhalten. Es kann immer noch passieren, dass man etwas rassistisches tut oder sagt, auch wenn man es nicht in böser Absicht gesagt/getan hat oder man sich selbst nicht darüber bewusst ist, dass es überhaupt falsch war.

    Ich weiß nicht ob du diesen Kommentar lesen wirst, weil der Post schon älter ist und falls du ihn liest, kann es auch sein, dass es dich ärgert, dass eine fremde Person aus dem Internet sich erdreistet dir zu wiedersprechen, aber ich hatte einfach das Bedürfnis das loszuwerden. Ich mag deinen Blog, nur aus diesem Grund bin ich überhaupt erst soweit vorgedrungen.

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  11. Ja, da blickt man nicht immer sofort durch hier. ^^ aber deswegen habe ich ja das upcomment widget eingerichtet. ;)
    Weniger für andere, als für mich. xD

    Wieso sollte ich böse sein? Ich wurde weder beleidigt noch grundlos angegriffen. Und es soll sich einjeder "erdreisten" seine Meinung preiszugeben wer sich dazu in der Lage fühlt! ;)

    Ich sage ja nicht, dass es mich automatisch zu einem besseren Menschen macht, weil ich Freunde verschiedener Nationalitäten habe. Ich sag immer "Weil ich kein Rassist bin darf ich rassistisch sein." was aber nur zu 50% ernst gemeint ist. Wenn ich mit meinen Freunden unterwegs bin machen wir andauernd "rassistische" witze. Dauernd. Wir haben schon Tränen gelacht dabei. Für manch einen mag es dann ziemlich hart und befremdlich wirken aber ich kenne das nicht anders. So eine lockere Einstellung würde manchen gut tun. Man muss es ja nicht übertreiben, aber muss auch nicht bej jedem Spruch die Hände vor den Mund schlagen.
    Sicher kann man die aussage "ich bin kein rassist deswegen darf ich rassistisch sein" als problematisch ansehen, als außenstehender. Uns ist das nicht so klar, da wir eine Menge Spaß mit unsrem schwarzen Humor haben und uns gegenseitig unter anderem auch dafür sehr schätzen.
    Ich würde es erst dann als problematisch einstufen, wenn sich ein Außenstehender angegriffen fühlt weil er uns nicht kennt.

    Danke für deine ehrliche Meinung!

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    Antworten
    1. Das man auf deinem Blog immer die neusten Kommentare sehen kann, ist mir leider erst im Nachhinein aufgefallen ^^; Ist aber wirklich eine praktische Funktion.

      Ich bin froh, dass du dich von meinem Kommentar nicht angegriffen fühlst, denn das war auch überhaupt nicht meine Absicht =)

      Da stimme ich dir zu, es macht definitiv einen großen Unterschied ob man solche Witze gegenüber seinen Freunden macht, die wissen wie es gemeint ist oder ob man das öffentlich kundtut und dabei Gefahr läuft jemanden zu verletzt.

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Ich freu mich immer über liebe Kommentare. Wer tut das nicht? :3 Danke, für jeden einzelnen! Auch, wenn ich nicht immer sofort antworten kann.
// Im Normalfall antworte ich hier. (:

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