Kleine Wunder.

Manchmal gibt es kleine Wunder. - ja, es gibt sie wirklich.
Im 4. Schuljahr, beim Drachenfest im Herbst, was bei uns im Garten mit meiner Grundschulklasse gefeiert wurde, kam meine Schwester mit einer Katze angerannt.
Niemand wusste, woher diese Katze kam oder wem sie gehörte.
Wir nahmen sie mit nach Hause, gaben ihr zu fressen in der Garage und schon nach wenigen Stunden schmuste sie mit Hosenbeinen und Händen, die wir ihr entgegenstreckten. An der "Wange" hatte sie eine dicke Entzündung und meine Mutter blätterte eine schöne Summe Geld hin, für diese namenlose Katze, damit es ihr bald wieder besser gehen sollte.
Ab diesem Moment, in dem sie noch schlaftrunken von der Operation in der Garage auf einem großen flauschigen Handtuch lag, war dieses dahergelaufene Tier ein Teil der Familie.
Wir haben sie "Polly" getauft und ihr beigebracht herbei zu huschen, wenn man mit der Gabel auf die Futterdose schlug.
Viele Jahre begleitete uns dieses Fellknäul und obwohl ich absolut kein Katzenmensch bin, ist sie mir ans Herz gewachsen und hat einfach dazugehört.
Mit unserem 8 Jahre alten Kater hat sie sich nie gut verstanden. Jedoch hat man gemerkt, dass er ihr fehlte, als wir ihn eines Tages tot am Straßenrand fanden. Sie hörte auf zu fressen und schlief auf seinem Platz.
Später gesellte sich dann ein Jack Russle-Welpe dazu, mit dem sie sich sofort gut verstand - die Emmy. (:
Die zwei waren ein Herz und eine Seele! Vonwegen Hund und Katz vertragen sich nicht ;P

Das ist alles schon sehr lange her und ich bin 21.
Nach meinem Irlandurlaub bekam ich die traurige Nachricht, dass man die Katze habe einschläfern lassen müssen, aufgrund einer schweren Gehirnerschütterung und eines epileptischen Anfalls, was wohl auf einen schweren Zusammenprall - mit einem Auto - zurück zu führen sei.
Ich kann mich nicht mal daran erinnern, wann ich das Tier zum letzten Mal gestreichelt hatte, bevor sie für immer verschwinden sollte...

Emmy lag seit dem nurnoch herum, hatte zu Nichts richtig Lust und rannte ziellos durchs Haus auf der Suche nach ihrer Freundin.
Da soll noch mal Jemand sagen, Tiere hätten keine Gefühle.

Tage später rief meine Mutter mich aufgeregt zu sich.
Dort saß ein ziemlich verängstigtes Kätzchen in der Garage, vielleicht knapp 2 Monate alt.
Mit großen Augen sah es uns an - wusste nicht was da vor sich ging.
Meine Mutter habe sie an der Straße herumstreunen sehen und sie mit verdünnter Milch zu sich gelockt.
Total ausgehungert, habe es die Schüssel bis zum Boden ausgeschleckt und da meine Mutter es nicht übers Herz brachte es wieder wegzuscheuchen, hatte sie es mit in die Garage genommen.
Fauchend wehrte sich das Tier gegen jegliche Berührungen, aber mit der Zeit lies es sich streicheln, obwohl es immernoch davonrannte wenn man auf sie zukam, versteckte sich hinter Kartons und unter Regalen.
Diese unglaublich große Angst vor Menschen und lauten Geräuschen lässt wohl darauf schließen, dass es die Mutter irgendwo in der Wildnis bekommen und es noch nie Menschen gesehen hat, oder einfach  davongejagt wurde.

Wir haben ein zweites Kätzchen "besorgt" und es dazu gesetzt.
Anfangs haben die zwei sich garnicht verstanden, sich angefaucht und haben so weit wie möglich voneinander entfernt geschlafen.
Doch nach ein, zwei Wochen zusammen in der Garage gewöhnten sich die zwei aneinander und heute kommen beide angelaufen wenn ich rufe, spielen draußen miteinander, obwohl sie sich noch nicht allzuweit von der schützenden Garage entfernen und schlafen zusammen auf dem großen Kühlschrank, der zwischen den Kartons steht. (:
Emmy weiß noch nicht wirklich was mit den zwei Kleinen anzufangen und findet es garnicht toll, wenn der kleine Fusse ihr aus dem Hinterhalt auf den Rücken springt und an ihrem Ohr rumknabbert, aber die zwei lieben sie und Mimi schmiegt sich an sie, wie Polly zuvor.

Eigentlich wollten wir keine Tiere mehr, nachdem Polly gestorben war. Und dann stand plötzlich dieses Kätzchen vor der Türe...

Das ist wohl einfach Schicksal.


Links ist die Mimi und rechts der kleine Fusse (:

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Kommentare :

  1. arme Polly... :(
    aber auch schön, dass du das neue Kätzchen aufgenommen hast. :) Ich mag Katzen... will auch eine haben... wenn ich groß bin ;)

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  2. Kleinen Tieren muss man einfach ein Zuhause geben!
    Ich weiß noch, wie meine Mutter immer total gegen Tiere war und eines Tages schleppte meine Schwester 3 kleine Kätzchen an, die sie im Gebüsch gefunden hatte. Eins wurde abgegeben, zwei blieben bei uns. Inzwischen wurden sie zwar leider überfahren, aber meine Mutter ist aufs Tier gekommen: Derzeit wohnen ein Hund und eine Katze bei ihr.

    Ein Herz für Tierhalter! :D ♥ Die zwei sind übrigens zuckersüß!

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  3. Die Zwei sind wirklich sehr süß :)
    Ich weiss selber wie es ist, wenn man so ein Tier verliert :(
    Als ich 17 war musste mein Kater eingeschläfert werden - Nierentumor (er war 16) und zwei Jahre später starb unsere zugelaufene Freigängerkatze, ebenfalls an Nierenversagen.
    Kurz darauf haben wir uns ein Kätzchen zugelegt und nach dem Tod meiner Mutter und meinem Auszug von daheim hab ich mich entschieden ein Kätzchen zu holen, damit sie nicht so alleine ist....bin dann auch an einen Wildfang gekommen.
    Er war die ersten Monate echt heftig aggressiv...hat sofort gefaucht, gekratzt und gebissen und so. Ist bei der kleinsten Bewegung rausgestürzt und hat sich verkrochen.
    Mittlerweile ist er 5 und kommt sogar auf den Schoß und gibt Küsschen ;)
    ist alles nur eine Frage der Zeit
    Ich wünsch euch gaanz viel Glück mit den Süßen

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  4. Ach wie süß die zwei Mietzis ♥
    Tiere geben einem so viel Kraft, ich will meineHaustiere gar nicht missen (derzeit besitze ich bei meinen Eltern noch eine Katze und mein Mann und ich haben ein Kaninchen). Es ist immer so traurig, wenn ein Tier stirbt oder eingeschläfert werden muss :(

    lg Berry

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  5. Süße Miezen :)
    Besonders Fusse <3
    Ich durfte nie zugelaufene Katzen oder Hunde behalten, es hieß immer, die sind ansteckend und so .___.

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