Keine Anstalt - dafür eine Brauerei

Eigentlich wollten wir Micha Kim und ich heute in die alte Pflegeanstalt "St. Josefsheim", heute "Kent School" , das "Schutzengelhaus" der Franziskaner, welches als Kirche Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und zur Unterkunft von mehreren hundert Hilfsbedürftigen, von schwerst und geistig Behinderten und von Lernschwachen und Körperbehinderten wurde.
Die Tätigkeit der Franziskanerbrüder endete 1937 und man kann sich denken, wieso...


"Die Nationalsozialisten versuchten in ganz Deutschland systematisch, die katholische Kirche und ihre Gliederungen zu schwächen. Das geschah u.a. 1935-1937 durch eine Lawine von Prozessen. So musste der Orden wegen Devisenvergehen hohe Geldstrafen zahlen. Dann wurden mehrere Brüder in den „Koblenzer Prozessen“ wegen Sittlichkeitsdelikte verurteilt. Das war der Grund, dass der Staat nicht mehr den Aufenthalt von Schutzbefohlenen in Waldniel-Hostert finanzierte. Der Orden musste Konkurs anmelden. Die letzten Brüder verließen am 23. Mai 1937 das Haus"

So übernahmen die Nazis das Gebäude und richteten unter anderem die Kinderfachabteilung ein.
Über die Jahre wurden dort, durch Erlass Hitlers mehrere hundert behinderte Kinder und Jugendliche systematisch getötet und deren Familien belogen.
So wurde auch ein Mädchen kurz vor seinem 12. Geburtstag getötet, dessen Vater man schrieb, es sei an einer Lungenentzündung gestorben.


Ich habe lange überlegt, ob ich hingehen will. Die Geschichte bereitet einem schon enorme Gänsehaut, vor allem weil man in ein paar Foren Berichte lesen kann von Menschen, die schon einmal da waren und behaupten, in den Kellern der Anstalt rieche es nach Tod.

Das ist alles ziemlich traurig, aber die Neugier hat gesiegt und ich hab eingewilligt mit zu kommen.
Da Micha aber nur für den 18.06 eine schriftliche Bestätigung hat, wurden wir vom Wachpesonal abgewiesen.
Tja - das war wohl nix :\
Schon von Außen macht das Gebäude einen respekteinflößenden Eindruck. Vor Allem, beim Anblick des Kirchturmes, dessen Uhrzeiger und somit die Zeit stillstehen und den halb zerbrochenen riesigen Buntglasfenstern. Fenster im Obergeschoss schlagen auf und zu und hier und da flattert ein Stofffetzen dahinter im Wind.

Wir werden für das Pfingstwochenende eine Befugnis einholen und dann werd ich ja sehen, ob ich nicht lieber zuhause geblieben wäre..
Jetzt, da ich da vor gestanden habe und nicht rein konnte, kam meine Neugierde ins Rollen...

Joah, die Steffi, die wir da getroffen haben, hat dann vorgeschlagen zu einer alten Brauerei zu fahren.
Das war zwar nicht so spannend, wie die Anstalt, aber ein gutes Trostpflaster (:

Hier meine - gelungenen, wie ich finde - Fotos (:





Das war die Kent School von Außen - jedenfalls das, was man von der anderen Seite des Zauns aus sehen kann...
Hier die Fotos von der alten Brauerei (:

 
 
 

 
 


 
 
 
 


 


Mehr gibt's vielleicht später mal (:
Gute Nacht, Welt <3

Kommentare :

  1. sieht echt ein wenig gespenstisch da aus. aber coole fotos sind es geworden.

    LG

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  2. Gebäude, die während des Naziregimes von diesen zur Ausrottung von Menschen genutzt wurden, sind wirklich immer irgendwie unheimlich. Hier in der Nähe gibt es ein KZ und während der Führung meinte der Gruppenleiter plötzlich, dass der Boden unter unseren Füßen zu einem großen Teil aus Asche besteht...
    Die Bilder von der Brauerei sind übrigens sehr toll!

    Ja, die Schrift ist wahnsinnig kompliziert! Lesen kann ich es teilweise, aber selbst schreiben geht inzwischen gar nicht mehr...

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  3. haha, ja, hab ich :D
    dankeschön :D
    und ja, es tut mir leid... :D
    aber deine bilder sind auch wieder toll!

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